Der neue Ennser ist wieder ge­sund. Allerdings dürfte sich der Männerschnupfen auf seine Sehkraft ausgewirkt haben. Seit Tagen klagte er über brennen­de Augen, da er den Spielstand bei Fußballspielen am obe­ren Bildrand nicht mehr lesen konnte. Die Ennserin wusste insgeheim, dass er schon zuvor Schwierigkeiten hatte, Ver­kehrsschilder und dergleichen zu entziffern. „Aber bestimmt, war es der Schnupfen“, beton­te sie besorgt, „der schlägt sich schon Mal auf die Augen nie­der“. Als sie der kleine Ennser fragend ansah, schüttelte sie nur wortlos den Kopf und lä­chelte ihm zu.

Am nächsten Tag marschierte der neue Ennser zum Optiker am Hauptplatz. „Herr Eich­holzer“, sagte er „ich erblinde langsam.“ Der Optikermeister musste schmunzeln und bat den neuen Ennser, Platz zu nehmen. „Lassen sie mich mal sehen, wie schlimm es tatsäch­lich ist“, sagte er und führte einige Tests durch. „Das wars für‘s Erste. Ich muss Ihnen lei­der sagen, dass Sie kurzsichtig sind, Sie benötigen eine Bril­le.“ Der neue Ennser verdreh­te die Augen. Ernst Eichholzer präsentierte dem neuen Ennser eine Reihe an modischen Bril­len.

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Dank des geschulten Auges war schnell ein Modell gefun­den, gegen das sich selbst der neue Ennser nicht mehr wehren konnte. Wieder zuhause ange­kommen, erblickte ihn seine Ennserin und fiel ihm augen­blicklich um den Hals. „Toll siehst du aus“, sagte sie, „rich­tig intelligent auf einmal.“

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