Der neue Ennser

eine fiktive Figur

Monat: Februar 2017

Der neue Ennser und sein grüner Daumen

Kaum klopft der Frühling mit seinen zarten Sonnenstrahlen an die Tür, stehen beim neuen Ennser die Zeichen scin auf Garten, Blumen und Kräuter.

Weil er in Wien nie die Möglichkeit hatte, seinen grünen Daumen auszuleben, der eigentlich gar nicht so grün ist, wie sich schnell herausstellte, ist die Vorfreude auf die warme Jahreszeit größer denn je. Nun hat er nämlich einen Balkon, den er schon fleißig präpariert hat – die alten Gartenmöbel mussten unzähligen Blumenkistln und wundersam verzierten Töpfen Weichen. Um sich fachkundig beraten zu lassen, machte sich der neue Ennser vergangene Woche auf den Weg zum Lagerhaus in Enns. Dort holte er sich außerdem noch kiloweise Erde, Kompost und Samen. Weil er absolut keine Ahnung hatte, wie die empfindlichen Pflanzen zu behandeln sind, hörte er dem Personal aufmerksam zu, während es ihm wertvolle Tipps mit auf den Weg gab. So erfuhr er zum Beispiel, dass viele Sommerblumen und Gemüsepflanzen direkt ins Beet gesät werden können, wobei es sich lohnt, bei den meisten Einjährigen mit einer Vorkultur im Zimmer zu beginnen – schon da hätte der neue Ennser alles falsch gemacht, dachte er selbst, und nickte zustimmend mit dem Kopf, als wüsste er ohnehin alles. Denn wenn man Blumen und Gemüse vorzieht, so die nette Dame weiter, die sich wirklich viel Zeit nahm, um den neuen Ennser vor Fehlern zu bewahren, dann blühen und gedeihen die Pflanzen früher und sind auch vor Schädlingen im Keimlingsstadium und Sämlingsstadium geschützt.

Wieder zuhause angekommen, unterbreitete er seiner Ennserin sein soeben angeeignetes Wissen, die nicht schlecht staunte, als er damit begann, seine Samen zu setzen. „Heuer gib‘s nur Frisches vom Balkon“, sagte er stolz, und erklärte dem kleinen Ennser sogleich, worauf es beim Garteln ankommt.

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Die Ennserin hat ein neues Geschäft entdeckt

Schon seit Monaten redet die Ennserin davon, ihre Lieblingshose – ein exquisites Teil von Cambio – am Bund etwas enger machen zu lassen, was sie nun endlich in Angriff nehmen konnte. Es gibt da nämlich einen neuen Laden in Enns.

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Seitdem sie regelmäßig durch den Ennser Eichberg joggt, haben sich etwa zwei Zentimeter an ihrer Taille verflüchtigt. Dem neuen Ennser gefällts, weshalb er seine Ennserin seit einer Weile, zumindest einmal in der Woche, in den Eichberg begleitet. Nun hat in der Bräuergasse 4 in Enns, ein neues Geschäft eröffnet, von dem die Ennserin schon viel Gutes gehört hat. „Textile Verarbeitung – Bilder in Acryl – Accessoires“ heißt der liebevoll eingerichtete kleine Laden, den sich die Ennserin zum Ziel nahm, nachdem sie den kleinen Ennser bei der Oma abgesetzt hatte.

Beim Betreten wurde sie sogleich von der Inhaberin Rosemarie Weinzierl freundlich begrüßt und war vom herzlichen Ambiente sofort angetan. Und weil sie ohnehin gerade Zeit hatte, ließ sie sich zu einer Tasse Kaffee überreden und von Frau Weinzierl durchs Geschäft führen. „In einer halben Stunde könne sie die Hose wieder abholen“, sagte sie nach einer Weile und machte sich an die Arbeit. Die Ennserin spazierte indessen durch die Innenstadt und besorgte noch einige Lebensmittel fürs Abendessen.

Als sie nach einer halben Stunde erneut in der Bräuergasse 4 die Türe aufschwang, wurden ihr die Änderungen präsentiert – die Ennserin war vom Ergebnis mehr als begeistert. „Die sieht ja aus wie neu!“, rief sie euphorisch und kam nicht umhin, die Hose gleich an Ort und Stelle anzuprobieren. Sie saß perfekt. Beinahe fiel sie Frau Weinzierl um den Hals, bevor sie zufrieden nachhause marschierte. Vor lauter Freude hätte sie den kleinen Ennser beinahe bei der Oma vergessen.

 

 

Auf den Hund gekommen

Die Ennserin erhielt vergangene Woche eine ehrenvolle Aufgabe. Sie durfte sich eine Woche lang um einen kleinen, wuscheligen Vierbeiner kümmern.

Weil sich ihre beste Freundin dazu entschlossen hatte, eine Woche lang in Urlaub zu fahren, suchte die kleine Daisy – ein aufgeweckter Havaneser mit viel Temperament und wenig Gehorsam – ein Ersatzzuhause. Auch der kleine Ennser war sofort Feuer und Flamme. Der neue Ennser eher weniger. Seine Devise lautete nämlich: wenn schon ein Hund, dann einen, der es im Notfall mit einem Einbrecher aufnehmen könnte. Bei Daisy war er sich da nicht so sicher. Sie tat sich schon schwer, mit ihrem Maul einen Knochen aufzunehmen. Dem Kleinen wars wurscht, er hatte eine neue Freundin gefunden, mit der er den ganzen Tag herumtollen konnte. Weil der armen Daisy aber die langen Haare schon weit in die Augen hingen, weshalb sie unaufhörlich gegen das Tischbein krachte, sobald sie einem Wollknäuel nachjagte, hatte die Ennserin eine Idee. „Ich geh‘ mit ihr zum Friseur“, sagte sie selbstbewusst, und kassierte sogleich einen sehr einschneidenden Blick des neuen Ennsers. Zum Glück gibt es in Enns nichts, was es nicht gibt. In der Wienerstraße 1 befindet sich seit einer Weile der Hundesalon „Figo“, der sich unter anderem um die Fellpflege der Vierbeiner kümmert. Die Ennserin war sofort Feuer und Flamme, und hatte Chefin Petra Wenger sofort ins Herz geschlossen. Und auch das Angebot beeindruckte sie: baden, föhnen, entfilzen, bürsten, striegeln, kämmen, carden, Fell ausdünnen, Ballenpflege, schneiden, scheren und vieles mehr – ein Hund müsste man sein, dachte sie sich und konnte ihren Augen kaum trauen, als sie die kleine Daisy zwei Stunden später wieder abholte.

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