Die Ennserin erhielt vergangene Woche eine ehrenvolle Aufgabe. Sie durfte sich eine Woche lang um einen kleinen, wuscheligen Vierbeiner kümmern.

Weil sich ihre beste Freundin dazu entschlossen hatte, eine Woche lang in Urlaub zu fahren, suchte die kleine Daisy – ein aufgeweckter Havaneser mit viel Temperament und wenig Gehorsam – ein Ersatzzuhause. Auch der kleine Ennser war sofort Feuer und Flamme. Der neue Ennser eher weniger. Seine Devise lautete nämlich: wenn schon ein Hund, dann einen, der es im Notfall mit einem Einbrecher aufnehmen könnte. Bei Daisy war er sich da nicht so sicher. Sie tat sich schon schwer, mit ihrem Maul einen Knochen aufzunehmen. Dem Kleinen wars wurscht, er hatte eine neue Freundin gefunden, mit der er den ganzen Tag herumtollen konnte. Weil der armen Daisy aber die langen Haare schon weit in die Augen hingen, weshalb sie unaufhörlich gegen das Tischbein krachte, sobald sie einem Wollknäuel nachjagte, hatte die Ennserin eine Idee. „Ich geh‘ mit ihr zum Friseur“, sagte sie selbstbewusst, und kassierte sogleich einen sehr einschneidenden Blick des neuen Ennsers. Zum Glück gibt es in Enns nichts, was es nicht gibt. In der Wienerstraße 1 befindet sich seit einer Weile der Hundesalon „Figo“, der sich unter anderem um die Fellpflege der Vierbeiner kümmert. Die Ennserin war sofort Feuer und Flamme, und hatte Chefin Petra Wenger sofort ins Herz geschlossen. Und auch das Angebot beeindruckte sie: baden, föhnen, entfilzen, bürsten, striegeln, kämmen, carden, Fell ausdünnen, Ballenpflege, schneiden, scheren und vieles mehr – ein Hund müsste man sein, dachte sie sich und konnte ihren Augen kaum trauen, als sie die kleine Daisy zwei Stunden später wieder abholte.

DNE