Kaum klopft der Frühling mit seinen zarten Sonnenstrahlen an die Tür, stehen beim neuen Ennser die Zeichen scin auf Garten, Blumen und Kräuter.

Weil er in Wien nie die Möglichkeit hatte, seinen grünen Daumen auszuleben, der eigentlich gar nicht so grün ist, wie sich schnell herausstellte, ist die Vorfreude auf die warme Jahreszeit größer denn je. Nun hat er nämlich einen Balkon, den er schon fleißig präpariert hat – die alten Gartenmöbel mussten unzähligen Blumenkistln und wundersam verzierten Töpfen Weichen. Um sich fachkundig beraten zu lassen, machte sich der neue Ennser vergangene Woche auf den Weg zum Lagerhaus in Enns. Dort holte er sich außerdem noch kiloweise Erde, Kompost und Samen. Weil er absolut keine Ahnung hatte, wie die empfindlichen Pflanzen zu behandeln sind, hörte er dem Personal aufmerksam zu, während es ihm wertvolle Tipps mit auf den Weg gab. So erfuhr er zum Beispiel, dass viele Sommerblumen und Gemüsepflanzen direkt ins Beet gesät werden können, wobei es sich lohnt, bei den meisten Einjährigen mit einer Vorkultur im Zimmer zu beginnen – schon da hätte der neue Ennser alles falsch gemacht, dachte er selbst, und nickte zustimmend mit dem Kopf, als wüsste er ohnehin alles. Denn wenn man Blumen und Gemüse vorzieht, so die nette Dame weiter, die sich wirklich viel Zeit nahm, um den neuen Ennser vor Fehlern zu bewahren, dann blühen und gedeihen die Pflanzen früher und sind auch vor Schädlingen im Keimlingsstadium und Sämlingsstadium geschützt.

Wieder zuhause angekommen, unterbreitete er seiner Ennserin sein soeben angeeignetes Wissen, die nicht schlecht staunte, als er damit begann, seine Samen zu setzen. „Heuer gib‘s nur Frisches vom Balkon“, sagte er stolz, und erklärte dem kleinen Ennser sogleich, worauf es beim Garteln ankommt.

DNE