Als der neue Ennser vergangenen Freitag durch die Innenstadt spazierte, um sich am Bauernmarkt gegen Mittag einen kleinen Snack zu gönnen, musste er traurig feststellen, dass der Markt schon wesentlich bessere Tage gesehen hat.

Drei Stände waren am Haupt­platz aufgebaut – die letzten Rit­ter einer Bauernschaft, die nach wie vor für ihre Kunden Wind und Wetter trotzen, um frische, regionale Ware anzubieten. Dabei meinte es das Wetter an diesem Freitag nicht gerade gut mit den hiesigen Bauern. Der neue Ennser marschierte von Stand zu Stand und begutachtete die Produkte. Frisches Obst, Backware, Selbst­gebranntes und noch jede Menge Schmankerl sollten die Kunden eigentlich anlocken. Bis auf ei­nige Bauernmarkteinkäufer aus Überzeugung tat sich allerdings wenig. Nach einem kleinen Rund­gang kam der neue Ennser mit einem der Bauern ins Gespräch. Ein junger Bursche, der gar nicht daran denkt, die Flinte ins Korn zu werfen. „16 Stände haben hier einst ihre Ware verkauft, da war noch was los am Haupt­platz“, erzählte er nostalgisch und schwelgte in Erinnerungen, ehe er dem neuen Ennser einen frischen Apfel über die Theke zuwarf. Dass sich die Bauern nach und nach vom Hauptplatz verabschie­den wundert ihn aber nicht. „Der Aufwand spricht einfach nicht dafür“, lässt er ihn wissen. Doch was wäre eine Stadt wie Enns, dachte der neue Ennser, ohne einen funktionierenden Bau­ernmarkt? Während er in Gedan­ken versunken nach einer Lösung grübelte, lief ihm TSE-Chef Max Homolka über den Weg. Schnell verwickelte ihn der neue Ennser in ein Gespräch, in dem er zu veranschaulichen versuchte, wie sehr ein gut organisierter Bauernmarkt, dem Stadtleben gut tun würde. Homolka war sofort Feuer und Flamme, was der Neue Ennser vor allem an den funkelnden Augen erkannte, die ihn beinahe aufzufressen schienen – so sehr war er vom Enthusiasmus des Neuen Ennsers begeistert. „Ich werde mich des Problems annehmen“, versprach Homolka, während er seinen Blick über den Hauptplatz schwenkte. Noch lange tauschten sie ihre Ge­danken aus, ehe der Plan immer konkreter wurde. Eines sei verraten: Man darf auf jeden Fall gespannt sein.

Der Ennser Bauernmarkt soll einen neuen Aufschwung erleben.

Der Ennser Bauernmarkt soll einen neuen Aufschwung erleben.