Der neue Ennser

eine fiktive Figur

Monat: April 2017

Der Neue Ennser backt dem Kleinen ein Osterlamm

Auch die Familie Ennser feiert Ostern, doch wohl kaum ein anderes Kind ist am Ostersonn­tag dermaßen aus dem Häuschen, wie der Kleine Ennser. Der näm­lich will ein Osterlamm, und zwar zum Frühstück.

6.00 Uhr: der Kleine Ennser reißt seine Augen auf. Es ist Ostersonn­tag und er hat sich vorgenommen, noch vor dem Osterhasen aus dem Bett zu sein. Zumindest ist es ihm gelungen, seiner Mama und dem Neuen Ennser zuvorzukommen. Der freut sich wenig, als der Klei­ne um 6.07 Uhr vor seinem Bett steht und ihn wachrüttelt „Es ist Sonntag“, murmelt er verschla­fen, „gib mir noch eine Stunde.“ Der Kleine Ennser denkt gar nicht daran und nervt den Neuen Ennser so lange, bis er sich dazu hinreißen lässt, ebenfalls aufzustehen.

„Ich will Frühstück“

Es ist 6.15 Uhr. „Ich will ein Osterlamm zum Frühstück“, äußert der Klei­ne seinen Wunsch, der Neue Enn­ser verdreht die Augen, 6:25 Uhr. Weil er aber weiß, dass des Klei­nen Ausdauer an Tagen wie diesen grenzenlos ist, spart er sich jegliche Diskussion und sam­melt die Zutaten zusammen, er hat sich schon tagelang auf seinen Kocheinsatz vorbereitet: Drei Stück Eier, 130 Gramm Staubzucker, eine Prise Salz, eine Packung Vanillezu­cker, ein halbes Stück Zitrone (ab­geriebene Schale), 130 Milliliter Kronenöl Spezial (mit feinem But­tergeschmack), 130 Gramm Mehl, eine halbe Packung Backpulver und 130 Milliliter Eierlikör, 6.30 Uhr.

Die Zubereitung

Der Neue Ennser bewegt sich, weil müde, wie in Trance. Während er den Dotter vom Eiklar trennt, darf der Kleine Ennser die Backform mit Öl ausstreichen und mit Mehl ausstauben, der Backofen wird vor­geheizt. Danach muss der Eidotter mit 70 Gramm Staubzucker, Salz, Vanillezucker und abgeriebenen Zitronenschalen gut schaumig ge­rührt werden. Der Kleine Ennser schaut gespannt zu. Schon jetzt ist er ganz weiß im Gesicht. 6.45 Uhr. Alle anderen Menschen auf der Welt schlafen noch. Der Neue Enn­ser schlägt das Eiklar mit dem üb­rigen Staubzucker zu Schnee. Der Kleine klatscht in die Hände. 6.50 Uhr. Dann wird noch die Mehlmi­schung und der Eierlikör in die Öl- Masse ge- und zuletzt der Schnee untergehoben. Im Anschluss wan­dert das Gemisch in die Lammform und dann ab in den Backofen. 6.55 Uhr. Zirka 35 Minuten später ist das Lamm fertig.

Das Lamm ist fertig

Der Kleine ist ganz aufgeregt. „Wie gut das hier duftet“, sagt die Ennserin, die vom süßen Aroma, das sich in der gan­zen Wohnung ausgebreitet hat, aus dem Bett gelockt wurde. 7.35 Uhr. Und woher er denn wisse, wie ein solches Lamm zubereitet wird, will sie wissen, während sie sich zu Tisch setzt. Das allerdings bleibt sein Geheimnis. Außerdem dürfe man heute nicht zu lange trödeln, um 10 Uhr beginnt immerhin der Ostergottesdienst mit Pater Martin. Und da hat man bereits zugesagt. Der Kleine freut sich. „Da können wir wieder mit Pater Martin um die Wette laufen!“ Der Osterlauf ist in Enns schon fast Tradition. Dieses Mal werde ich es schaffen“, sagt der Kleine, „heuer werde ich Pater Martin in der Kirche überholen.“ Da ist er ganz sicher.

 

Der Neue Ennser nimmt am Ennsportal-Gewinnspiel teil

Vor kurzem hat der Neue Ennser in der Zeitung gelesen, dass es für das Einsenden von Lieblingslocations und Lieblingsplätzen Preise zu gewinnen gibt. Nun will er auch was gewinnen. Denn schöne Plätze kennt er in Enns genug.

Mittlerweile kennt sich der Neue Ennser in seiner Heimatstadt so gut aus, als wäre er schon viele Jahre hier. Neuerdings radelt er mit seiner Ennserin und dem kleinen Ennser des Öfteren in die Au, um die Ruhe am Wasser zu genießen. Der traumhafte Anblick verzaubert ihn jedes Mal aufs Neue. Gespannt sieht er den großen Schiffen zu, die gemächlich die Donau stromabwärts dahintuckern und zeigt dem Kleinen, wie man richtig „plattelt“. Erst letzte Woche hat er mit seinem riesigen Überlebensmesser – manchmal denkt er, er wäre Rambo – aus einem robusten Ast, Pfeil und Bogen geschnitzt. Die Pfeile fertigte er aus Bambus, ehe sie auf zuvor markierte Ziele schossen. Augenblicklich fühlt sich der Neue Ennser in seine Kindheit zurückversetzt, dann schießt er ein Foto seines neuen Lieblingsplatzes.

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Um auch seine Lieblingslocation per Foto einzusenden, machte er es sich wenige Tage später im Gastgarten des Hotels zum Goldenen Schiff gemütlich. Die Entscheidung fiel ihm nicht leicht. Auch in vielen anderen Ennser Gasthäusern hat er bereits vorzüglich gespeist, doch erinnerte sich der Neue Ennser an seinen ersten Tag in der ältesten Stadt Österreichs. Damals – vor genau 38 Wochen – spazierte er über den Hauptplatz, ehe er in Brunners Blickfeld geriet und dieser ihn quer über den Hauptplatz jagte, und ihn zwang, in seinem Gastgarten Platz zu nehmen. Der Neue Ennser wagte es nicht, dem Gastwirt zu widersprechen, da ihm Brunners irrer Blick damals noch nicht geheuer war. Diese Konsequenz imponiert dem Neuen Ennser noch heute. Vor allem aber der Gastgarten mitten im Zentrum hat es ihm angetan. Er sitzt gerne unter Leuten, plaudert, isst und trinkt. Am liebsten aber trinkt er. Aperol, wenn möglich mit Strohhalm. Wieder zuhause angekommen lädt er seine Bilder auf www.ennsportal/gewinne hoch und hofft, einer der Gewinner zu sein.

 

Dem neuen Ennser wuchs was am Ohrläppchen

Dem Neuen Ennser wuchs eine murmelgroße Talgkugel im linken Ohrläppchen, was er zum Anlass nahm, endlich das Gesundheitszentrum von Innen zu betrachten.

Als hätte es der Neue Ennser heraufbeschworen, weil er schon lange nach einem Vorwand gesucht hatte, sich das Gesundheitszentrum einmal genauer anzusehen, wuchs ihm doch tatsächlich über Nacht ein recht eigenartiges Gewächs an der Hinterseite seines Ohrläppchens heraus. Hypochondrisch, wie er ist, googelte er sich zunächst panisch durch das Internet, weil er glaubte, von der sogenannten Ohrläppchenfäule heimgesucht worden zu sein, ehe er die Nummer des Gesundheitszentrums in sein Mobiltelefon eintippte. Der Neue Ennser vernahm eine freundliche Damenstimme am anderen Ende der Leitung. „Ich würde bitte schnellstmöglich einen Termin vereinbaren“, stammelte der Neue Ennser, und wäre am liebsten sofort in seinen Wagen gesprungen, um im Wartezimmer Platz zu nehmen. Doch genau das ist es, was man im Gesundheitszentrum vermeiden will: lange Wartezeiten im Wartezimmer. Nachdem die nette Stimme wissen wollte, wo denn der Schuh drücke antwortete der Neue Ennser: „Der Schuh drückt am Ohrlappen! Er ist riesig und droht zu platzen. Ich brauche einen Chirurg!“ Die freundliche Stimme musste sich ein Lachen verkneifen und versuchte genaueres über des Neuen Ennsers Ohrläppchenproblem in Erfahrung zu bringen. Dieser schilderte bis ins kleinste Detail, Aussehen und Verhalten der Schwellung und zeigte sich erschüttert, als ihm die nette Stimme – auf Anfrage des neuen Ennsers – mitteilte, dass es nicht nötig sei, ein Bild über WhatsApp zu senden. Sie würden das Problem auch so lösen, ließ sie ihn wissen und er solle doch bitte in drei Stunden vorbeikommen.

Der Neue Ennser drehte die nächsten drei Stunden völlig am Rad und konnte nicht verstehen, warum er denn so lange zuhause warten müsse, anstelle sich im gemütlichen Wartezimmer mit den anderen „Gästen“ zu unterhalten. Immerhin hätte er gerne mit seinem riesigen Ohrläppchen angegeben. Nachdem er sich drei Stunden lang vor seinem Spiegel verrenkt hatte, um das Gewächs genauer zu betrachten, sprang er in seinen Wagen und raste zum Gesundheitszentrum. „Ich bin da, ich bin da!!!!!, brüllte er schon von weitem und saß zehn Minuten später vor seinem Hausarzt. „Das ging jetzt aber schnell“, murmelte er, ehe der Doktor sein Ohr behandelte. Und auch das war innerhalb der nächsten zehn Minuten erledigt. Der Neue Ennser zeigte sich beeindruckt, er wollte eigentlich etwas länger bleiben.

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