Der neue Ennser

eine fiktive Figur

Monat: Mai 2017

Der Kleine Ennser entdeckt die Radfähre für sich

Nachdem der Neue Ennser vergangene Woche die Freude am Radfahren neu entdeckt hat, stattete er auch den Kleinen Ennser und seine Mama mit Bikes aus.

Gut, dass man in Enns Fahrrä­der unter fachkundiger Beratung kaufen kann. Zu dritt marschier­te die Familie Ennser zum Bike Center Enns in die Wienerstra­ße und erfreute sich sogleich der großen Auswahl. Von Laufrä­dern über Waffenräder, Moun­tainbikes und Straßenrädern, bis zum Elektrorad reicht die Palet­te, die vor allem den Kleinen in Entzückung versetzte: er hatte sich auf Anhieb in ein altes Waf­fenrad verliebt. Es kostete dem Neuen Ennser einige Mühen, um den Kleinen davon zu überzeu­gen, ein Rad in seiner Größe zu wählen. Dank Erpressung – der Neue Ennser versprach ihm, im Anschluss eine Eistüte mit drei Kugeln zu kaufen – gelang es schlussendlich, den Kleinen Ennser zur Vernunft zu bewegen.

17 Enns DNE Rad

Ausgestattet mit zwei neuen Rädern, der Neue Ennser hatte bereits eines, mach­ten sie sich auf den Weg in Rich­tung Au. Der Weg, der direkt an der Donau entlang führt und die traumhafte Naturkulisse raubten den dreien den Atem. Nach einer Weile – der Neue Ennser war schon ganz blau im Gesicht vor lauter Anstrengung – erreichten sie die Radfähre. Der Kleine war ganz aus dem Häuschen. Mit einem gekonnten Wendemanö­ver legte der Fährmann an und bat die Reisenden an Bord. Der Kleine Ennser schleuderte sein neues Rad in die Ecke und hüpf­te auf der Fähre umher, als wolle er sie zum Kentern bringen. „Ich bin Captain Jack Sparrow!“, gab er dem Fährmann zu verstehen und torkelte vom einen Ende der Fähre zum anderen. Der Neue Ennser schämte sich und gab dem Kleinen ein Zeichen, sich hinzusetzen, während die anderen Fahrgäste laut applau­dierten.

17 Enns DNE Radfähre

Der Neue Ennser fährt Fahrrad wie kein anderer

Der Neue Ennser steht auf alte Fahrräder. Nun kam er vergangenes Wochenende am Ennser Hauptplatz voll auf seine Kosten.

Seit Wochen fieberte er dem 13. Mai entgegen, seit Wochen sprach er von nichts anderem – das erste Oldtimer-Fahrradtref­fen war für den Neuen Ennser das Highlight im Frühling. Als er noch in Wien sein Dasein fris­tete, war er fast ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs, nun geht er lieber zu Fuß, die Liebe zum Rad ist aber weiterhin unge­brochen. Als er nämlich Sams­tagmittag am Ennser Hauptplatz eintraf, blieb ihm, beim Anblick der alten Räder, beinahe das Herz stehen. Kurz musste er von Mitinitiator Wolfgang Simlinger gestützt werden, ehe sich sein Herzschlag wieder normalisier­te. Von mehr als 100 Jahre alten Waffenrädern bis hin zu kreati­ven Eigenbauten war beim ersten Oldtimer-Fahrradtreffen alles vertreten, was sich durch Mus­kelkraft auf zwei Rädern fortbe­wegt. Zwar hat der Neue Ennser an Muskelkraft nicht viel zu bie­ten, an der Rundfahrt durch Enns nahm er dann aber trotzdem teil und genoss die Natur um die äl­teste Stadt Österreichs in vollen Zügen. Später machte er dann bei der Verlosung mit, bei der es ein hochwertiges Mountainbike zu gewinnen gab. Gewonnen hat er es letzten Endes aber nicht. Dafür testete er mindestens 36 verschiedene Räder und fuhr damit stundenlang am Haupt­platz im Kreis, ehe ihn die un­tergehende Sonne zwang, den Heimweg anzutreten. Noch bis tief in die Nacht erzählte er sei­ner Ennserin von den vielen ver­schiedenen Fahrrädern. Außer­dem hofft er inständig auf eine Wiederholung dieses Festes auf zwei Rädern, wie er es formu­lierte.

17 Enns DNE

Der Kleine Ennser muss zum Friseur

Der kleine Ennser wei­gert sich, seine Haare abschnei­den zu lassen, weil er sie eigent­lich wie ein Rock-Star wachsen lassen will. Dennoch muss er zum Friseur, und das schmeckt ihm so gar nicht.

Wenn dem kleinen Ennser was gegen den Strich geht, dann gnade Gott jedem, der dafür verantwort­lich ist. In diesem Fall ist es die Ennserin, die das Gesicht ihres Sprösslings, aufgrund der Haar­pracht, wenn man sie so nennen will, schon gar nicht mehr sehen kann. Absichtlich kämmt sich der Kleine das Haupthaar tief ins Gesicht, um möglichst so aus­zusehen wie Ozzy Osbourne in seinen jungen Jahren und hüpft, den Kamm als Mikrofon verwen­dend, quer durch die Wohnung. „Paranoid“ untermalt die Atmo­sphäre akustisch. „Du sollst dir mit dem Kamm die Haare rich­ten!“, schimpft die Ennserin und vereinbart sogleich einen Termin beim hair team verena, „weil ir­gendwann auch bei mir der Ofen aus ist.“

Da ein Kunde ausgefallen ist, können sie gleich los. Der Kleine findet’s gar nicht lustig. 20 Mi­nuten später werden die beiden freundlich begrüßt und zu einem freien Stuhl geleitet. Bei so vielen hübschen Damen verflüchtigt sich die schlechte Laune des kleinen Ennsers fast automatisch. Als wäre es seine Idee gewesen, die Haare abschneiden zu lassen, erklärt er Friseurin Julia ganz genau, wie er den Schnitt gerne haben will. „Nicht ganz kurz, oben ein biss­chen länger lassen, an den Seiten kürzer, kann ich bitte einen Kaf­fee haben?“ Die Ennserin winkt energisch ab. Auch, dass er sich die Haare rot färben lassen will, und zwar genauso, wie Friseu­rin Julia, erlaubt die Mama nicht. Am Ende ist der Kleine mit seiner Frisur aber vollauf zufrieden und fordert seine Mama beim Zahlen auf, ja nicht zu wenig Trinkgeld in den vorgesehenen Schlitz zu werfen. Immerhin müssen auch Friseurinnen von was leben, sagt er bestimmt, ehe sie sich verab­schieden.

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