Dem Neuen Ennser be­kommt die Hitze nicht so beson­ders, was ihn dazu veranlasst, verzweifelt nach Abkühlung zu suchen. Da kommt ihm das Ennser Freibad ganz gelegen.

Sehr zu Freuden des Kleinen macht sich der Neue Ennser Samstagvormittag daran, eine große Badetasche zu packen: ein Tag im Ennser Freibad ist ange­sagt. Frühmorgens schon bereitet die Ennserin Wurstsalat, Weckerl und Getränke vor, die sie mit sehr viel Fingerspitzengefühl in eine riesigen Kühltasche schlichtet. Es kann also losgehen. Mit den Rädern geht es – am Bleicher­bach entlang – direkt zum Hin­tereingang. Dort könne man die Fahrräder besser abstellen, so des Neuen Ennsers Kalkül. Kaum bezahlt, lässt der Kleine Ennser alles fallen und stürmt in Rich­tung Nichtschwimmerbecken (obwohl er schon schwimmen kann) und wirft sich, begleitet von einem lauten Kampfschrei, in die Fluten. Mama Ennser findet’s gar nicht lustig und weist ihren Sprössling zurecht. „So geht das nämlich nicht!“, lässt sie ihn mit erhobenem Zeigefinger wissen.

Die Rutsche

Als man dann endlich ein geeig­netes Plätzchen gefunden, die De­cken ausgebreitet und die Verkös­tigung im Schatten platziert hatte, gibt es für den Kleinen Ennser kein Halten mehr. Mit Höchstge­schwindigkeit rennt er die Stufen der Wasserrutsche hinauf, bis er schließlich – ganz außer Atem – oben ankommt und sich abermals mit Anlauf in die Rutsche wirft. Begleitet von einem ohrenbetäu­bendem „Yippieee“, saust er nach unten und nimmt die Kurven wie ein Bobfahrer im Eiskanal, dabei zieht er an einem anderen Buben oben vorbei – freundlich wie der Kleine ist, winkt er ihm noch heiter zu -, ehe er unten ange­kommen, aus dem Wasser hüpft und wieder nach oben rennt. Dies zelebriert er über Stunden hinweg, wäh­rend der Neue Ennser einige Län­gen im großen Becken schwimmt und sich später im Restaurant mit seiner Ennserin einen Kaffee ge­nehmigt. Als die beiden wieder an ihren Platz zurückkehren rennt der Kleine noch immer die Stufen nach oben, als wäre er nicht ganz bei Trost.

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