Der Kleine Ennser hat nur das Wort „Hüpfburg“ ge­hört, da gab es für ihn kein Halten mehr. Unbedingt müsse er beim Sommerfest der HUAk dabei sein. Und so geschah es auch.

Doch als es um Punkt 17 Uhr wie aus Eimern zu gießen begann, war es mit der Freude des Klei­nen Ennsers augenblicklich aus und vorbei. „Ruhig bist du jetzt!“, schimpfte ihn Mama Ennser, nachdem er aus dem Schimp­fen nicht mehr herauskam. Wi­derwillig setzte er sich mitten auf den Fußboden im Vorraum und schmollte, als ließe sich der Regen davon beeindrucken. Eine geschlagene Stunde saß er da, ehe die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster fielen. „Los, los, los!“, schrie der Kleine und ernte­te sofort Mamas bösen Blick. Von da an war der Kleine Ennser das artigste Kind, das man sich nur vorstellen kann. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, in dem er die Hüpfburg erspähte – alle guten Vorsätze waren auf der Stelle dahin. Wie ein Irrer (möchte man der Formulierung des Neuen Enn­sers Glauben schenken), catchte er sich in die Hüpfburg und war so­fort in seinem Element. Dies nut­zen der Neue Ennser und seine Magd, um sich unters Volk zu mi­schen. Es wurde gespeist, getrun­ken und getanzt, gelacht und die neuesten Neuigkeiten untereinan­der ausgetauscht, oder kurz: ein höchst amüsanter Abend genos­sen. Weil die beiden vom Kleinen schon stundenlang nichts gehört hatten machte sich der Neue Enn­ser auf den Weg zur Hüpfburg, dort angekommen zog er sein Handy aus der Tasche und schoss ein Foto. Der Kleine Ennser lag mit ausgestreckten Armen und Beinen in der Hüpfburg herum und schnarchte wie ein Großer.

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