Der neue Ennser

eine fiktive Figur

Monat: September 2017

Beinahe hing der Haussegen schief im Hause Ennser

Der Neue Ennser über­raschte seine Ennserin zum Jah­restag mit Gedicht, Essen und Blumenstrauß. Leider war er ein Monat zu spät dran.

Der Neue Ennser als großer Ro­mantiker hat sich zum Jahrestag etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Nachdem ihm der Chef drei Stunden Zeitausgleich ge­nehmigt hatte, eilte er nachhause und begann zu kochen. Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise, heißt: Kürbiscremesuppe, gebackenes Al­lerlei und ein selbstgemachtes Ba­nanenbrot. Im Anschluss brachte er die Wohnung auf Vordermann, deckte den Tisch und eilte schluss­endlich in das Blumengeschäft am Hauptplatz, um einen großen Strauß Gerbera zu kaufen, weil der Neue Ennser ganz genau weiß, was seiner Ennserin gefällt.

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Wieder zu­hause angekommen, setzte er sich zu Tisch und vollendete sein Lie­bes-Gedicht, an dem er schon seit Wochen arbeitete. Dann kam die Ennserin auch schon nachhause. Kaum öffnete sie die Tür, sprang der Neue Ennser hervor – die Enn­serin fiel vor Schreck beinahe zu Boden – und hielt ihr den riesi­gen Blumenstrauß unter die Nase. „Alles Gute zum Jahrestag“, rief er voller Freude und trug sogleich fei­erlich sein Gedicht vor: „Ein Jahr schon ist es her, da verliebte ich mich schwer. Beim Country Feste in der Stadt, machte mich dein An­blick platt. Dort tanzten wir herum wie wild, du sagtest mir: ich hab ein Kind. Vor Schreck fiel ich zu Boden, zum Glück hast du mich aufgehoben. Doch heute ein Jahr später, mag ich ihn, den kleinen Peter. Ich freue mich aufs nächste Jahr, wie wunderschön nur ist dein Haar.“

Dann verneigte sich der Neue Ennser und wartete gespannt auf die Reaktion seiner Ennserin. Diese wusste nicht so recht, ob sie sich freuen oder dem Neuen Ennser an die Gurgel gehen soll. „Du weißt schon“, sagte sie schließlich, „dass du ein Monat zu spät dran bist?“ Der Neue Ennser wurde augen­blicklich kreidebleich im Gesicht und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Allerdings wusste die Ennserin die großen Mühen des Neuen Ennsers zu schätzen, wes­halb sie sich schlussendlich doch sehr über die Überraschung freu­en konnte. Der Neue Ennser hat in weiterer Folge das richtige Datum in seinen Kalender eingetragen.

Der Neue Ennser und der Long Island Icetea

Der Neue Ennser ver­kostete vergangene Woche die g’schmackigen Burger in der Schlossbar sowie den einen oder anderen Cocktail. Die Begeiste­rung war groß, der Rausch auch.

Weil der Kleine Ennser das Wo­chenende bei der Oma verbringen durfte, was ihn immer ganz be­sonders freut, weil die Oma viel mehr erlaubt als die Mama, mach­ten sich der Neue Ennser und seine Ennserin Samstagabend auf den Weg in die Schlossbar, um sich für einige Stunden unter die Leute zu mischen. Bis auf das Frühstück hatte der Neue Ennser an diesem Tag keinen Bissen zu sich genom­men, weil er sich seinen Hunger für einen der vielen Burger aufhe­ben wollte, von denen er schon oft gehört hatte, dass sie vorzüglich schmecken sollen. Als die beiden das Lokal gegen 9 Uhr betraten, konnte er sich kaum noch auf sei­nen Beinen halten. Noch bevor er am Stuhl Platz genommen hatte, rief er dem Wirt zu: „Burger! Bitte bringen Sie mir einen Burger!“ Als Matthias das eingefallene Gesicht des Neuen Ennser erblickte, stürm­te er sofort in die Küche und gab den größten Burger in Auftrag, den die Schlossbar zu bieten hat. Zu trinken bestellte der Neue Enn­ser einen Long Island Icetea, was die Ennserin nur mit einem ein­schneidenden Blick kommentierte.

Genuss

Dass der Cocktail auf nüchternen Magen sofort seine Wirkung ent­faltet, bemerkte der Neue Ennser bereits nach dem dritten Schluck. Sofort kehrte die Farbe wieder zu­rück in des Ennsers Gesicht. Als der Burger nach wenigen Minu­ten serviert wurde, hatte er bereits den halben Cocktail intus. Wie ein Löwe auf das Gnu stürzte sich der Neue Ennser auf seinen Burger und biss herzhaft ab. Er konnte seinen Geschmacksnerven kaum trauen. „Den musst du unbedingt probie­ren“, ließ er seine Ennserin wissen, die das Angebot prompt annahm und den Burger ebenfalls als „äu­ßerst gelungen“ bewertete. Nach wenigen Minuten war vom Burger nichts mehr zu sehen. Und nach den nächsten drei Long Islands war auch vom Neuen Ennser nichts mehr zu sehen, der ganz unbemerkt unter den Tisch rutschte. Schluss­endlich musste ihn die Ennserin si­cher nachhause geleiten.

 

Die Familie Ennser ist back in the City

Nach langer Abwesenheit ist die Familie Ennser wieder zu­rück, wobei der Gedanke an den ersten Arbeitstag nach über vier Wochen dem Neuen Ennser nicht ganz so gut bekommt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrte der Neue Ennser vergangene Woche in seine Heimatstadt zurück. Einerseits traurig, weil der erste Arbeitstag nach dem erholsamsten Urlaub sei­nes Lebens (wäre da nur nicht der Kleine Ennser gewesen, der ihn bei­zeiten auf die Palme trieb) vor der Türe stand, andrerseits froh, wieder durch die Ennser Straßen spazieren zu können. „Es is a Kreiz“, sagte er zu seiner Ennserin und ließ sich schwerfällig in die Couch fallen, als er Sonntagabend an die Flut an E-Mails dachte, die ihn am nächs­ten Tag erwarten wird. „Gut dass ich noch eine Woche Ferien hab“, sagte der Kleine Ennser mit einem Grinsen im Gesicht und in siche­rem Abstand. Da musste auch der Neue Ennser schmunzeln und warf dem Kleinen ein Kopfkissen an den Kopf – beinahe holte es ihn von den Beinen.

Glückwunsch

Am nächsten Morgen: Da der Ge­burtstag des Kleinen Ennsers be­vorsteht und er schon immer ein­mal in einer Zeitung abgebildet sein wollte (damit quälte er den Neuen Ennser jeden einzelnen Tag im Ur­laub), spazierte der Neue Ennser in seiner Mittagspause in die Redak­tion der Tips-Zeitung, nachdem er alle seine E-Mails erfolgreich gelöscht hatte. Dort wurde er so­gleich sehr freundlich begrüßt und über die Möglichkeit eines Glück­wunsches im Anzeigenteil aufge­klärt. Der Neue Ennser suchte ein sehr vorteilhaftes Foto des Kleinen aus der Bildergalerie seines Handys und formulierte aus dem Stegreif einen kurzen Reim: Acht Jahre bist du auf der Welt, und für uns der größte Held; mal bist du laut, mal bist du leise, und manchmal drehst du dich im Kreise; drum wird uns niemals fad mit dir; so geh und spiel mit Vladimir. Alles Gute zum Ge­burtstag wünschen Mama und der Neue Ennser. Die nette Dame beim Empfang musste schmunzeln, ehe sich der Neue Ennser bedankte und stolz zurück zu seinem Arbeitsplatz marschierte.

Unbenannt

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