Nach langer Abwesenheit ist die Familie Ennser wieder zu­rück, wobei der Gedanke an den ersten Arbeitstag nach über vier Wochen dem Neuen Ennser nicht ganz so gut bekommt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrte der Neue Ennser vergangene Woche in seine Heimatstadt zurück. Einerseits traurig, weil der erste Arbeitstag nach dem erholsamsten Urlaub sei­nes Lebens (wäre da nur nicht der Kleine Ennser gewesen, der ihn bei­zeiten auf die Palme trieb) vor der Türe stand, andrerseits froh, wieder durch die Ennser Straßen spazieren zu können. „Es is a Kreiz“, sagte er zu seiner Ennserin und ließ sich schwerfällig in die Couch fallen, als er Sonntagabend an die Flut an E-Mails dachte, die ihn am nächs­ten Tag erwarten wird. „Gut dass ich noch eine Woche Ferien hab“, sagte der Kleine Ennser mit einem Grinsen im Gesicht und in siche­rem Abstand. Da musste auch der Neue Ennser schmunzeln und warf dem Kleinen ein Kopfkissen an den Kopf – beinahe holte es ihn von den Beinen.

Glückwunsch

Am nächsten Morgen: Da der Ge­burtstag des Kleinen Ennsers be­vorsteht und er schon immer ein­mal in einer Zeitung abgebildet sein wollte (damit quälte er den Neuen Ennser jeden einzelnen Tag im Ur­laub), spazierte der Neue Ennser in seiner Mittagspause in die Redak­tion der Tips-Zeitung, nachdem er alle seine E-Mails erfolgreich gelöscht hatte. Dort wurde er so­gleich sehr freundlich begrüßt und über die Möglichkeit eines Glück­wunsches im Anzeigenteil aufge­klärt. Der Neue Ennser suchte ein sehr vorteilhaftes Foto des Kleinen aus der Bildergalerie seines Handys und formulierte aus dem Stegreif einen kurzen Reim: Acht Jahre bist du auf der Welt, und für uns der größte Held; mal bist du laut, mal bist du leise, und manchmal drehst du dich im Kreise; drum wird uns niemals fad mit dir; so geh und spiel mit Vladimir. Alles Gute zum Ge­burtstag wünschen Mama und der Neue Ennser. Die nette Dame beim Empfang musste schmunzeln, ehe sich der Neue Ennser bedankte und stolz zurück zu seinem Arbeitsplatz marschierte.

Unbenannt