Der Neue Ennser über­raschte seine Ennserin zum Jah­restag mit Gedicht, Essen und Blumenstrauß. Leider war er ein Monat zu spät dran.

Der Neue Ennser als großer Ro­mantiker hat sich zum Jahrestag etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Nachdem ihm der Chef drei Stunden Zeitausgleich ge­nehmigt hatte, eilte er nachhause und begann zu kochen. Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise, heißt: Kürbiscremesuppe, gebackenes Al­lerlei und ein selbstgemachtes Ba­nanenbrot. Im Anschluss brachte er die Wohnung auf Vordermann, deckte den Tisch und eilte schluss­endlich in das Blumengeschäft am Hauptplatz, um einen großen Strauß Gerbera zu kaufen, weil der Neue Ennser ganz genau weiß, was seiner Ennserin gefällt.

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Wieder zu­hause angekommen, setzte er sich zu Tisch und vollendete sein Lie­bes-Gedicht, an dem er schon seit Wochen arbeitete. Dann kam die Ennserin auch schon nachhause. Kaum öffnete sie die Tür, sprang der Neue Ennser hervor – die Enn­serin fiel vor Schreck beinahe zu Boden – und hielt ihr den riesi­gen Blumenstrauß unter die Nase. „Alles Gute zum Jahrestag“, rief er voller Freude und trug sogleich fei­erlich sein Gedicht vor: „Ein Jahr schon ist es her, da verliebte ich mich schwer. Beim Country Feste in der Stadt, machte mich dein An­blick platt. Dort tanzten wir herum wie wild, du sagtest mir: ich hab ein Kind. Vor Schreck fiel ich zu Boden, zum Glück hast du mich aufgehoben. Doch heute ein Jahr später, mag ich ihn, den kleinen Peter. Ich freue mich aufs nächste Jahr, wie wunderschön nur ist dein Haar.“

Dann verneigte sich der Neue Ennser und wartete gespannt auf die Reaktion seiner Ennserin. Diese wusste nicht so recht, ob sie sich freuen oder dem Neuen Ennser an die Gurgel gehen soll. „Du weißt schon“, sagte sie schließlich, „dass du ein Monat zu spät dran bist?“ Der Neue Ennser wurde augen­blicklich kreidebleich im Gesicht und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Allerdings wusste die Ennserin die großen Mühen des Neuen Ennsers zu schätzen, wes­halb sie sich schlussendlich doch sehr über die Überraschung freu­en konnte. Der Neue Ennser hat in weiterer Folge das richtige Datum in seinen Kalender eingetragen.