Der neue Ennser

eine fiktive Figur

Monat: Oktober 2017

Wenn Schiedsrichter nicht tun, was der Neue Ennser will

Der Neue Ennser unternahm einen Familienausflug zum Volleyballspiel in die Sporthalle Enns, um die junge, neu formierte Mannschaft zu unterstützen.

Schon beim Eingang wurde die Familie Ennser mit einem reich gedeckten Buffet – und was vor allem dem Neuen Ennser nicht entging – von vier äußerst ansehnlichen, jungen Damen begrüßt. In der Luft lag der Duft von frischem Chili con carne, dessen Handschrift, bei genauerer Betrachtung, dem Freitags-Harry (Harald Gruber) zuzuordnen war. Eine kleine Kostprobe bestätigte sogleich des Neuen Ennsers Vermutung und ließ ihn kulinarisch in den siebten Himmel segeln. Für den Kleinen Ennser bestellte er sogleich die doppelte Portion, während sich die Ennserin über ein Gläschen Wein freuen konnte. Für den Neuen Ennser gab’s Bier. Die Jungs von supervolley OÖ wärmten sich bereits auf, die Zuschauer trudelten langsam in die Halle. Die Stimmung war allgemein gut. Zumindest bis zur Mitte des ersten Satzes. Da nämlich sorgte eine strittige Schiedsrichterentscheidung erstmals für Unruhen auf den Zuschauerrängen.

Außer sich vor Wut

Die Ennserin konnte ihren Herzallerliebsten gerade noch davon abhalten, des Kleinen Ennsers Chili in Richtung des Schiedsrichterstuhls zu werfen. Immerhin ging der erste Satz nur knapp verloren, im zweiten ging ab diesem Zeitpunkt gar nichts mehr. Der Neue Ennser war außer sich vor Wut. Und hätte er gewusst, dass das nicht die letzte Schiedsrichterentscheidung war, die es zu hinterfragen galt, hätte er sich von der Ennserin nicht davon abhalten lassen, das Chili zu schleudern. Völlig unbeeindruckt ob der Missstimmung auf den Rängen, zeigte sich hingegen der Kleine Ennser, der auf der Tribüne umhersprang und die Mannschaft lauthals anfeuerte, was sich prompt bezahlt machte. Enns konnte auf 1:2 verkürzen, wehrte im vierten Satz vier Matchbälle ab, um sich in weiterer Folge selbst einen Satzball herauszuspielen. Dieser konnte leider nicht genutzt werden, weshalb man schlussendlich knapp, aber doch mit 3:1 verlor. Der Ärger über das Schiedsgericht hielt beim Neuen Ennser noch lange an.

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Der Neue Ennser und die fliegenden Kugeln

Der Neue Ennser kam vergangene Woche zufällig bei einer Gruppe Boccia-Spieler vorbei, als er durch den Schloss­hof marschierte, um sich in der Schlossbar eine Tasse Kaffee zu genehmigen. Doch dazu kam es nicht.

„Hast du zwei gesunde Hände?“, rief ein älterer Herr – offensicht­lich der Kapitän des Triumvirats der Kugeln – und gab dem Neuen Ennser mit der Hand zu verstehen, er möge doch bitte kurz zur Grup­pe stoßen. Etwas irritiert leistete er der Aufforderung Folge und gab sogleich bekannt, dass er in seinem Leben noch nie eine Boccia-Kugel in den Händen gehalten habe und deshalb womöglich nicht der opti­male Spielpartner sei, sofern das der Grund gewesen ist, weshalb man ihn hergebeten hat. Der älte­re Herr schlug sogleich die Hände über dem Kopf zusammen und fragte den Neuen Ennser in schar­fem Ton, ob er denn hier irgend­wo Sand gesehen hätte. „Günther, mein Name übrigens!“ Und noch bevor der Neue Ennser die Frage überhaupt verstanden hatte, er­gänzte Günther, dass man nur auf sandigem Untergrund von Boccia spreche, weil man das vor allem in Italien so spiele. Sie aber – und wie könne man nur etwas anderes den­ken – würden Pétanque spielen, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Jules Le Noir im südfranzösischen La Ciotat erfunden wurde.

Ehrgeiz

Der Neue Ennser zeigte sich ob des ge­schichtlichen Wissens beeindruckt und stimmte einem Spielchen nach kurzer Überlegung dann doch zu. Als dann auch noch TSE-Chef Max Homolka des Weges kam, entbrannte im Hof des Schlosses Ennsegg ein erbitterter Kampf um die Zielkugel. Schon nach weni­gen Würfen war der Neue Ennser nicht mehr ansprechbar. Wie ein Besessener fieberte er mit jeder einzelnen Kugel mit, lief und sprang neben ihr her und sank in die Knie, sobald der Gegner seine besser platzierte Kugel einfach wegschoss. Zwischendurch sorg­te selbstgepanschter Schnaps für etwas Wärme, während die Tem­peraturen mit den Stunden immer tiefer sanken. Selbst als schon alle anderen zuhause waren, stand der Neue Ennser zitternd vor Kälte im Hof und warf eine Kugel nach der anderen, ehe ihn die Ennserin am Kragen nachhause zerrte

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Der Neue Ennser und sein Lachs-Weckerl

Der Neue Ennser achtet ganz genau auf seinen Omega 3-Haushalt. Die Greisslerei am Hauptplatz unterstützt ihn dabei tatkräftig.

Seit einigen Wochen hat sich eine gewisse Routine in den Arbeitstag des Neuen Ennsers geschlichen. Nachdem er immer der Erste im Büro ist, weil länger zu arbeiten für ihn keine Option ist, muss er in erster Linie mit Kaffee gegen die morgendliche Müdigkeit ankämp­fen. Der erste wird gegen 6.15 Uhr zuhause, der zweite gegen 8 Uhr in der Greisslerei am Hauptplatz kon­sumiert. Doch das ist noch lange nicht alles. Weil des Neuen Enn­sers Magen direkt nach dem Auf­stehen noch keine Nahrungszufuhr zulässt, verbindet er die tägliche Kaffeepause in der Greisslerei mit einer Jause: Weckerl mit Lachs, Kren und viel Liebe in der Zube­reitung. Es gibt keine Ausnahmen. Das mit der pünktlichen Bereitstel­lung des Weckerls muss der Herr Hoeffle zwar noch verinnerlichen, dafür ist das verspätete Frühstück eine reine Gaumenfreude. Und ein bisschen Warten hat noch nieman­dem geschadet, vor allem, weil man in der Greisslerei am Hauptplatz ständig in nette Gespräche verwi­ckelt wird. Da wird einem nicht langweilig. Und wenn es doch ein­mal langweilig wird, dann nimmt der Neue Ennser ein Buch aus dem Ständer und liest – wenn überhaupt – die Zusammenfassungen auf der den Rückseiten. Für mehr reicht die Motivation nicht aus, was die Ennserin des Öfteren bekrittelt, weil sie nicht versteht, warum man sich nicht für Bücher interessieren kann. Doch das ist eine andere Ge­schichte. Für den Neuen Ennser ist es im Moment ausreichend, seinen Lachs-Weckerl zu genießen. Und der schmeckt vorzüglich.

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