Der Kleine Ennser braucht eine Brille und das passt ihm so gar nicht, weshalb es der Ennserin ei­niges an Mühen kostete, ihren Soh­nemann zum Optiker zu schleifen.

 „Ich setz sicher keine Brille auf!“, brüllt der kleine Ennser und stampft bockig auf den Fußboden. Die Mama versucht zu beruhigen, scheitert aber am Sturkopf des Kleinen und hat ei­gentlich gar keine Lust, überhaupt darüber zu diskutieren. „Der Au­genarzt hat gesagt, du brauchst eine Brille. Also suchen wir eine Brille für dich aus. Ende der Durchsage!“ Der Kleine Ennser lässt sich theatra­lisch zu Boden fallen und brüllt: „Du willst, dass ich aussehe wie Harry Potter!“ Mit einem Lächeln gibt ihm die Mama zu verstehen, er solle sich anziehen. „Dreimal darfst du raten, woher er das hat“, sagt der Neue Ennser im Vorbeigehen und hätte den fiesen Blick der Ennserin eigent­lich kommen sehen müssen. 17 Mi­nuten und drei Schimpftiraden spä­ter, haben die beiden die Wohnung verlassen. Nach weiteren drei Minu­ten stehen sie beim Optiker Lindor­fer in der Linzerstraße. Der Kleine Ennser würdigt die Geschäftsführe­rin Sabine Sallmann keines Blickes und starrt eisern zu Boden. Frau Sallmann lässt sich davon allerdings wenig beeindrucken und präsentier­te dem Kleinen mit Witz, Charme und Einfühlungsvermögen einige besonders coole Modelle. Und siehe da, der Kleine Ennser wirkt plötz­lich gar nicht mehr so abgeneigt und kann sich schlussendlich sogar für eine Brille, die wie für ihn gemacht zu sein scheint, anfreunden. Mama Ennser bedankt sich recht herzlich für die tolle Beratung und schlendert mit dem Kleinen nachhause, wo er dem Neuen Ennser stolz sein neues Schmuckstück präsentiert.

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