Sonntagmorgen ist der tra­ditionelle Tag des großen Früh­stücks der Familie Ennser. Lei­der aber lässt sich eine Eierspeise nicht ohne Eier zubereiten, was den Kleinen Ennser nicht wirklich er­freute.

Die morgendliche Ruhe im Hause Ennser stand vergangenen Sonntag vor einer großen Bewährungsprobe. Als nämlich der Neue Ennser damit begann, das Frühstück anzurichten, stellte er mit großem Entsetzen fest, dass er es verabsäumt hatte, Eier vom Bauern seines Vertrauens zu orga­nisieren. Und ohne Eier lässt sich bekanntlich auch keine Eierspeise zaubern, die für die gute Laune des Kleinen Ennsers allerdings essenzi­ell ist. „Ist es recht schlimm“, fragte der Neue Ennser also den Kleinen, als sich dieser mit großen Erwartun­gen zu Tisch setzte, „wenn es heute ausnahmsweise keine Eierspeise zum Frühstück gibt?“ Der Frage folgte eine Gesichtsentgleisung des Kleinen Ennsers, dessen Kopf so rot anlief, dass man ihn genauso gut als Ampel hätte irgendwo aufstellen können. Dem Neuen Ennser genügte dies als Antwort, weshalb er fie­berhaft zu überlegen begann, aus welchem Garten er auf die Schnelle noch Eier entwenden könnte, um den restlichen Sonntag noch einigermaßen genie­ßen zu können. „Warum holst du keine vom Eierautomaten?“, fragte die Ennserin, als sie ebenfalls die Küche betrat und den Kleinen Enn­ser kurz vor der Explosion sah. „Eier­automat? Was ist ein Eierautomat?“, wollte der Neue Ennser wissen und machte sich schnurstracks auf den Weg, nachdem ihm seine Ennserin erklärt hatte, dass jeweils ein Eierautomat der Familie Schedlberger aus Haag bei den Parkplätzen der Feuerwehr und einer neben dem Abenteuerspiel­platz in der Severinusstraße steht. Die Miene des Kleinen Ennsers er­hellte sich kurzfristig und begann zu strahlen, als der Neue Ennser wenig später mit zwei Eierschachteln zu­rückkehrte. Die Eierspeise schmeck­te zum Glück vorzüglich, wie der Kleine den Neuen Ennser anschlie­ßend wissen ließ. Der Sonntag war also gerettet.

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