Der Neue Ennser mach­te vergangene Woche eine sehr interessante Entdeckung. Als er nämlich die Wienerstraße hin­aufschlenderte, fiel ihm sofort ein großes Schild ins Auge, auf dem in großen Buchstaben „point of wine“ zu lesen war. Und das machte ihn neugierig.

„Lassen Sie sich von unserem Sor­timent auf den Geschmack bringen, und überzeugen Sie sich, indem Sie uns fordern.“ Das ließ sich der Neue Ennser nicht zweimal sagen, als er die Vinothek betrat und von Inhaber Franz Pointner begrüßt wurde. Schon die Räumlichkei­ten laden praktisch dazu ein, das große Sortiment zu durchforsten und eine Weile zu bleiben. So eine Verkostung kann schließlich schon mal etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Seit 30 Jahren ist Pointner bereits im Geschäft und seit November 2016 in Enns, wie er den Neuen Ennser wissen ließ. Neben den zahlreichen Weinsorten, die Pointner von 50 bis 60 Winzern bezieht, hat es dem Neuen Ennser aber vor allem der Rum angetan. 870 Sorten davon hat Pointner gelagert, nun wird zusätz­lich der Keller ausgebaut – das Zeug will schließlich auch irgendwo ge­lagert werden. Die erste Kostprobe ließ nicht lange auf sich warten.

Rumverkostung

Zaghaft mit einem Diplomatico begonnen (ein edles Tröpfchen aus Venezuela) verkostete sich der Neue Ennser quer durch das Sortiment, bis er nach etwa vier Stunden bei der 870. Sorte – ein Aniversario, ebenfalls aus Südamerika – ange­langt war. Das Stehen auf den ei­genen Beinen war da schon längst nur noch eine Wunschvorstellung des Neuen Ennsers. Um wieder zu sich zu kommen, bereitete Pointner in weiterer Folge eine leckere Jau­senplatte vor, die der Neue Ennser verputzte, als hätte er seit Wochen nichts zu essen bekommen. Point­ner musste also nachlegen. Als sich der Neue Ennser nach weiteren vier Stunden wieder so halbwegs gefan­gen hat, kaufte er das eine oder an­dere Fläschchen und torkelte unsi­cheren Schrittes nachhause.

17 DNE online