Des Kleinen Ennsers Schuhwerk hat beim Herumtollen im Ennser Schlosspark den Geist aufgegeben. Zum Glück gibt es noch einen Schuster in Enns.

Der Kleine Ennser, außer sich vor Wut, weil sich ausgerechnet bei seinen Lieblingsschuhen die Sohle gelöst hat, lief schnaubend und mit glühend rotem Kopf in die Küche und schleuderte die „depperten Schlapfen“, wie er schrie, sodass es vermutlich auch noch die Nachbarn gehört haben, von weitem in den Mistkübel. Die lose Sohle klapperte noch einige Sekunden nach, was den Kleinen noch weiter erzürnte. „Jetzt reißt du dich aber zusammen!“, wies ihn seine Mama zurecht und holte die Schuhe wieder aus dem Mistkübel. „Man muss nicht alles gleich immer wegwerfen“, erklär­te sie und begutachtete die Sohle. Der Kleine Ennser verstand nicht ganz. „Ich zieh die Klapperschu­he sicher nicht mehr an“, raunzte er, „da lachen mich in der Schule alle anderen Kinder aus! Klap­per-Fritz werden sie mich rufen.“ Theatralisch ließ er sich zu Boden fallen und sah den Weltuntergang aufgrund seiner „Klapperschuhe“ schon nahen.

Als es seine Mama endlich ge­schafft hatte ihn zu beruhigen, ging sie mit dem Kleinen Ennser in die Bräuergasse 4a, wo Aydin Bas Schuhe, die andere wegwerfen, wie­der zusammenflickt. Danach sehen sie immer aus wie neu. Als der Klei­ne Ennser die Geräte erblickte, mit denen Aydin die kaputten Schuhe bearbeitet, war er sofort aus dem Häuschen. „Und ich wollte sie weg­werfen … so doof kann man ja nicht sein!“ „Heutzutage wird schnell alles Mögliche weggeworfen“, er­klärte ihm die Mama, obwohl man vieles noch reparieren könnte. Das verstand auch der Kleine Ennser und wird es sich in Zukunft zwei­mal überlegen, bevor er irgendetwas in den Mistkübel befördert.

Neben der Reparatur von Schuhen macht Aydin außerdem Schlüssel nach und kümmert sich um diverse Näharbeiten – er ist vor allem auf Leder spezialisiert. Außerdem spielt er mit dem Gedanken, zusätzlich die Reinigung von Autositzen an­zubieten. Der Kleine Ennser zeigte sich von der Idee begeistert.

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