Der neue Ennser

eine fiktive Figur

Monat: September 2018

Der Kleine Ennser will Frühstück am Nachmittag

Manchmal hat der Kleine Ennser doch etwas ausgefallene Wünsche. Vergangene Woche zum Beispiel nötigte er seine Mama dazu, mit ihm in ein Kaf­feehaus frühstücken zu gehen, und zwar am späten Nachmittag.

Wie er sich das denn vorstelle, frag­te ihn die Ennserin kopfschüttelnd und woher er denn immer diese aus­gefallenen Ideen hat wollte sie auch gleich wissen: „Frühstücken, wie das Wort an sich schon beschreibt“, sagt sie, „tut man in der Früh und nicht am Nachmittag. Und nur weil du ein Marmeladensemmerl haben willst, wird kein Kaffeehaus extra für dich wieder das Frühstücks­geschirr aus den Kästen holen. Außerdem kannst du das zuhause auch haben.“ Als der Kleine Enn­ser das hörte, wurde er fast zornig. „Erstens“, argumentierte er, „gibt es sehr wohl ein Kaffeehaus, in dem es auch am Nachmittag Frühstück gibt und zweitens, will ich kein Marme­ladensemmerl sondern Schinken, Käse und Obst. Und zwar auf einem Etagere!“ „Auf einem was?“, frag­te die Ennserin sicherheitshalber noch einmal nach und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „E-T-A-G-E-R-E“, buchstabierte der Kleine Ennser kopfschüttelnd und ob der Unwissenheit seiner Mama etwas irritiert. „Beim Café am Platz gibt’s das. Was weißt du überhaupt? Da kannst du übrigens auch deinen geliebten Madame-Wu-Tee haben; den gibt es dort nämlich auch.“ Und siehe da: mit dem letzten Satz hat er seine Mama nun doch überzeugt. Neugierig marschierte sie mit dem Kleinen Ennser auf den Hauptplatz, um sich vom Wahrheitsgehalt ihres Sprösslings zu überzeugen. Umso überraschter war sie, als sie sich eingestehen musste, dass jedes ein­zelne Wort stimmte. „Das ist ein typisches Alt-Wiener-Kaffeehaus mitten in Enns“, sagte sie beim Be­treten und bestellte sich sogleich einen ihrer geliebten Madame Wu-Tees, was der Kleine Ennser mit einem fröhlichen Augenzwinkern kommentierte.

17 Enns DNE

Der Kleine Ennser wurde für die Schule eingekleidet

Weil es dem Kleinen Enn­ser nicht egal ist, wie er daher­kommt, drängte er seine Mama dazu, ihm neues Gewand zu kau­fen. Und das tat sie dann auch.

„Aus Liebe gemacht und mit Liebe verpackt! Für unsere Schätze, wol­len wir nur das Beste! Gerne nehme ich Ihre persönlichen Wünsche ent­gegen und zaubere Ihr Unikat“ – als die Ennserin das auf der Home­page von sunique (www.sunique.design) gelesen hatte, wusste sie genau, wo sie ihrem Sprössling ein neues Outfit verpassen wollte. Gleich am nächsten Tag spazier­te sie mit dem Kleinen Ennser zu sunique in die Bräuergasse 11, wo der Kleine ob der vielen verschie­denen Motive auf den Stoffen ganz aus dem Häuschen war. Ob Hauben und Beanies, Loops und Dreiecks­tücher, Kurzarm-, Langarm-Shirts und Hoodies, kurze und lange Hosen, Röcke und Kleider, Jacken oder Gymbag’s – kaum etwas ist nicht in Nina Stangl’s Geschäft zu finden, und das Beste: alles wurde in Handarbeit hergestellt, was vor allem die Ennserin faszinierte. Den Kleinen Ennser hingegen fas­zinierten vor allem die Hoodies, von denen er am liebsten sieben verschiedene gehabt hätte; einen für jeden Wochentag. Seine Mama allerdings war dagegen und kauf­te stattdessen Hosen, Shirts und, weil der Kleine ansonsten hyste­risch zu Boden gefallen wäre, zwei Hoodies. Und weil die Ennserin schon immer einen von diesen coolen Rucksäcken haben wollte, nutzte sie die Gelegenheit und gab einen davon – und zwar genau nach ihren Vorstellungen – in Auftrag. „Ich wollte immer schon mal was haben, was sonst keiner hat“, sagte sie vergnügt und freute sich über die neuen Errungenschaften. Den Rücksack könne sie dann in einer Woche abholen.

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